Kunst des Übens

Was sollst Du üben?

Zuerst einmal brauchst Du kein schlechtes Gewissen zu haben wenn Du am Anfang einfach spielst was Dir Spaß macht, denn Dampf ablassen ist wichtig und gehört beim Musik machen einfach dazu.

Es sollte aber nicht nur beim Dampf ablassen (daddeln) bleiben. Spiele nach dem daddeln Sachen, die Du noch nicht kannst und übe Deine Hausaufgaben. Nur so wirst Du immer besser werden und lernst neue Dinge hinzu, die nach und nach Dein Spiel bereichern werden.

Hier einige allgemeine Ideen und Erfahrungen von mir:


1.

Übe für anstehende Gigs (Konzerte) die Sachen, die noch unsicher sind. Bei Songs oder Grooves, die sich in der Erinnerung nicht gut angefühlt haben, hilft es auch sich beim Gig oder im Proberaum aufzunehmen und danach kritisch anzuhören. Oft bekommt man dadurch neue Einsichten. Hol Dir auch Feedback von Deinen Bandkollegen.

2.

Suche Dir einen guten Schlagzeuglehrer, der Dir zeigen kann, wie man Noten liest und die Musik dazu interpretiert. Der Unterricht mit einem Lehrer hilft Dir regelmäßig an Deinen Schwächen zu arbeiten und eine gewisse Disziplin jede Woche aufrechtzuerhalten. Er sollte Dir eine gute Technik vermitteln, interessante, neue Ideen in Dein Spiel einbringen und Dich so weiterbringen.

3.

Höre Dir Musik an und achte nicht nur auf die Schlagzeugstimme sondern auch auf alle anderen Instrumente und deren Zusammenspiel. Was DU nicht hören kannst, kannst DU auch nicht spielen! Bereite Dich auf anstehende Gigs (Konzerte), Session oder Auditions vor.

4.

Nutze Deine Übungszeit auch zum Ausarbeiten von eigenen Ideen. Höre Dir andere Schlagzeuger an. Erarbeite Dir einen eigenen Stil mit lasse alles einfliessen, was DIR gefällt. Auch Techniken und “schlaue Tricks über die Du in Musikmagazinen gelesen, oder”, die Du auf CDs oder DVD/Video gesehen können Dir dabei helfen. Bleibe immer offen für neue Musikstile und neue Techniken, die Dich weiterbringen können.

Wie sollst Du üben?


1.

Übe möglichst täglich und mache einen Tag in der Woche Pause. 30 Minuten üben, je Tag am Stück, ist das Minimum. Wenn Du vorankommen willst, ist es natürlich besser eine ganze Stunde zu üben. Es bringt aber wenig nur einmal in der Woche und dafür dann Stundenlang zu trainieren.

Das hängt damit zusammen wie unser Gehirn und Körper Dinge lernt und verarbeitet. Man kann sich das wie ein Pendel oder eine Schaukel vorstellen. Ein regelmäßiger, zeitlich gleicher Anstoß bewirkt mehr als ein einziger kraftvoller Schub, der das Pendel oder die Schaukel nur kurz höher ausschlagen läßt.

2.

Notiere Dir im Unterricht was in der Stunde gemacht wurde und schau zuhause auf Dein Hausaufgabenblatt.

Erstelle einen Übungsplan – siehe Downloads – schreibe Dir auf was undwie lange Du übst. Setze Dir Ziele, die Du in einem überschaubaren Zeitraum erreichen kannst.

3.

Übe langsam und konzentriert. Neue Übungen solltest Du immer erst in einem langsamen Tempo probieren. Ganz wichtig ist es dabeimitzuzählen! Erst wenn Du damit sicher bist kannst Du das Tempo steigern. Versuche das Mitzählen von Anfang an in Dein Spielen einzubauen. Übe ausserdem immer mit Metronom um ein sicheres Timing zu bekommen. Zur Kontrolle der richtigen Stockhaltung und Deiner Bewegungen ist es hilfreich, vor einem Spiegel zu üben.

4.

Probiere verschiedene Dynamikstufen – Lautstärken aus, von Laut bis leise. fff ff f mf p pp ppp

5.

Überlege Dir andere Stickings – Handsätze RH LH, sowie Hand/Fusskombinationen. Manchmal wird es klarer wenn man sich diese Kombinationen aufschreibt.

6.

Wenn Du eine Idee im Kopf hast, hilft es sie zu summen oder zu singen und dann erst auf dem Instrument zu spielen.

7.

Beginne Deine Übungsstunde mit einer Warm up Übung und fange mit einem langsamen Tempo an. Nutze ein Practice Pad für technische Übungen. Oft hilft es vertrackte Rhythmen oder Techniken nach intensivem Üben einfach wegzulegen und beim nächsten Mal erneut auszuprobieren.

8.

Übe mit musikalischen Formen (4 – 8 – 16 – 32 Takte, 12 Takte Bluesform, 32 Takte AABA Songform) mit Play Alongs, CDs und Click Track – Metronom.

9.

Schattentrommeln und mentales Üben. Damit meine ich ohne ein Instrument üben. Also im Geiste den Song oder die Technik durchspielen, wie z.B. der Sportler kurz vor dem Wettkampf im Geiste seine einstudierten Bewegungsabläufe durchgeht. Beim Schattentrommeln stellt man sich ein unsichtbares Schlagzeug oder eine Trommel vor, bewegt die Hände und spielt im Geiste darauf. Die Töne kann man auch mit der Stimme imitieren.

Das mentale Üben geschieht allein in der Vorstellung. Diese zwei Formen ersetzen das richtige Üben am Instrument nicht, aber sie sind eine gute Alternative.

10.

Vermeide Verkrampfungen und versuche immer entspannt und ruhig zu atmen. Spiele stets locker, konzentriert und gelassen wie bei einer Meditation. Mit der Zeit automatisieren sich die Bewegungsabläufe und Du bekommst das Gefühl Dir selber beim Spielen zuzuhören.

 

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